Die Ortsbezeichnung
Zossen/ Wünsdorf steht seit fast 100 Jahren für eine sehr
wechselvolle Militärgeschichte. Der deutsche Kaiser
trainierte und formierte hier seine Truppen für
den Ersten Weltkrieg. Im Dritten Reich war der Ort
Wiege der deutschen Panzerwaffe und Stationierungsort für
das Oberkommando des Heeres.Von 1953 bis 1994 erkoren die Sowjets als Siegermacht
des Zweiten Weltkrieges Wünsdorf zum Sitz für ihr Ober-kommando
auf deutschem Boden.
Nach dem Abzug der russischsowjetischen Truppen 1994 sollte Wünsdorf
zum Vorzeigeprojekt für Konversion in Deutschland
werden. Doch die großartigen Pläne scheiterten
weitgehend. Überlebt hat u nter anderem die Bücherstadt.
1998 im Zuge der friedlichen Umgestaltung militärischen Bodens
entstanden, versuchen die Betreiber den gewagten Spagat
zwi-schen alten Büchern und alten Bunkern. In
drei großen Antiquariatshäu-sern findet der Büchernarr
alles, was er zur Befriedigung seiner Leiden-schaft braucht: Rund
300 000 Bücher aller Wissens- und Sammelgebiete.
Abgerundet wird die Idee von der Bücherstadt als kulturelles Zentrum
der Region mit Lesungen prominenter Autoren und im Sommer mit den schon traditionellen
und beliebten Konzerten im historischen Pferdestall.
Aber auch die Neue Galerie des Landkreises Teltow-Fläming
lockt mit wech-selnden Kunstausstellungen. Eine neu eingerichtete
militärgeschichtliche Buchhandlung versucht den Brückenschlag
zwischen Buch und Bunker. Schließlich locken die Bunkeranlagen
der Bücherstadt jährlich rund 20000 Besucher in die Unterwelt.
Zu besichtigen sind die Bunkeranlagen Maybach I und Zeppelin, in denen
das deutsche Herr seine Überfallpläne im Zweiten Weltkrieg
schmiedete. Neu ist, dass man mit militärhistorischen Führungen
auch in die Geheim-nisse der russisch-sowjetischen Bunker eindringen
kann. Nicht zu verges-sen sind die ständigen
Ausstellungen zur deutschen und russischen
Standortgeschichte in Wünsdorf. Ein Motorradmuseum
bereichert die Attraktivität des Bücherstadt - Ensembles.
Der "Zapfenstreich" kümmert sich um das
leibliche Wohl der Bunker- und Bücherfreunde ebenso
wie das "Teestübchen".
Militärgeschichtlich steht das Jahr 2005 ganz im Zeichen des 60.
Jahres-tages des Kriegsendes. Vor allem Militärabende
haben die Bücherstadt mittlerweile auch zu einem
Anziehungspunkt für Historiker und zu einem Forum des Meinungsaustausches
gemacht. Für den 8. Mai ist ein Son-derprogramm in
Vorbereitung. Im Juni gastiert das Orenburger Gesangs- und Tanzensemble
in Wünsdorf.
Alte
Bunker - alte Schwarten
Kultur und Abenteuer in der Bücherstadt Wünsdorf / Führungen in die Unterwelt
Ehemaliges russisches Postenhaus am Eingang zur Bunkeranlage Maybach I - Hier beginnen die Bunkerführungen.


