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03.08.2005
Die Bücherstadt
im Spiegel  von:

Früher  fuhr  Rainer  Steckler  auch gern Motorrad, besonders gern den Berlin-Roller mit Anhänger  aus  Ludwigsfelde. Doch heute geht es gesundheitlich nicht mehr, dafür zeigt er  in  seinem  Motorrad - Museum  in  Wünsdorf -Waldstadt  alle  seine  mittlerweile  74 Schätze,   zum   größten  Teil  motorisiert  und  zum  kleinen  Teil  auch  unmotorisierten.

"Am  zweiten  Wochenende  im August 2000 habe ich mein Motorradmuseum eröffnet", erinnert  sich  Steckler, der  sein Geld mit einem Kugellager-Handel in Berlin-Bohnsdorf verdient.  Er  kaufte  den  ehemaligen  Pferdestall,  später von den sowjetischen Militärs als Kinosaal umfunktioniert, und begann mit damals 44 Fahrzeugen.

"Bislang  habe  ich  keinen  einzigen  Cent  an Fördermitteln  gebraucht"  freut  sich  der rüstige  Museumsbesitzer.  "Das klappte aber nur, weil so viele Leute ihr Fahrzeug oder Teile davon zur Verfügung gestellt haben", bedankt er sich auf diesem Weg.

Das  älteste  Ausstellungsstück  ist  eine  NSU  aus dem Jahr 1935. Weitere Besonder-heiten  sind  zum  Beispiel  ein  Fahrrad mit Hilfsmotor MAW Magdeburg, Baujahr 1956 mit 1,3 PS,  eine Viktoria KR 20 EN,  Baujahr 1939 mit immerhin 7 PS sowie eine ETS Eskort, eines von nur 30 Exemplaren von Begleitfahrzeugen für den Staatsrat der DDR, Baujahr 1973.


Motorrad-Museum    

Seit 5 Jahren in der Waldstadt

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Insgesamt  zeigt  das Motorradmuseum seit nunmehr fünf Jahren fast ausschließlich DDR Modelle, darunter die Reihen aus Ludwigsfelde (Pitty,  Wiesel,  Berlin  und  Troll),  die  komplette  MZ-Modellreihe,  Jawa,  Pannonia  sowie  auch russische Modelle. Ganz besonders am Herzen  aber  liegt Rainer Steckler das einzige Diamant-Fahrrad von Paul Dinter, mit dem er die Friedensfahrt 1954 erfolgreich bestritten hat.  "Das hat mir der beliebte Radrennfahrer aus Königs Wusterhausen persönlich geschenkt", erinnert er sich.

Die  Besucher  kommen  von  weit  her.  Während  des  Besuchs des WochenSpiegel-Reporters in der vergangenen Woche schauten die Familie  John  aus  dem  Sauerland vorbei, die Familie Bückholz aus Berlin-Neukölln sowie die Familie Lange aus Wutha-Farnroda, nahe Eisenach, die gerade in Rangsdorf ihren Urlaub verbringt.

Rainer  Steckler  zeigt  aber  nicht  nur  seine  alten  Fahrzeuge, sondern lädt auch immer wieder ein zu Oldtimer-Treffen. Das nächste, ein EMW-Simson  und  AWO  Treff  mit  Teilemarkt  findet  statt  am 13 August. Weitere Termine sind am 10. September, MZ Treffen, und ein Oldtimer-Treffen mit Teilemarkt und Blasorchester am 3. Oktober.

Museumsbesitzer  Rainer  Steckler  ( links ) erklärt  Besuchern  aus  Berlin und aus dem Sauerland  seine  vielen  Schätze.

Foto: H. Maß