"Zu Honeckers Zeiten wäre das anders gewesen, da hätten wir zum Sub-botnik schönes Wetter gehabt", flachste einer der Männer, die am Sam-stag in die Wünsdorfer Bücherstadt kamen. Fast zwei Dutzend freiwillige Helfer strömten herbei, um in der Bunkerwelt Verschönerungsarbeiten vorzunehmen, obwohl überall große Pfützen standen und weiter Wasser vom Himmel fiel.
"Dann müssen wir eben in die Unterwelt abtauchen", entschied Werner Borchert, der Chef der Bücherstadt. "Da gibt's genug zu tun", wurde er unterstützt. Also wurde das Programm geändert, ein Tor sollte eingebaut, ein alter Wachturm umgesetzt und außerdem grünem Wildwuchs zu Leibe gerückt werden.
Also zog der erste Trupp mit Volker Ehrlich in den Südstollen, der sollte für Besucher begehbar gemacht und aufgeräumt werden. Der Rangsdorfer war bislang auch bei den beiden vorangegangen Arbeitseinsätzen dabei. Er kennt sich in der Bunkerwelt recht gut aus. "Vielleicht kenne ich 80 Pro-zent der Stollen und Gänge, mehr aber nicht. Hundertprozentig weiß hier ohnehin keiner Bescheid, dafür gibt es immer wieder neue Überraschun-gen", berichtete er.
Neuer
Platz für altes Tor
von Reinhard Butzek
Fleißige Helfer kamen trotz Regens zum Subbotnik nach Wünsdorf


Inzwischen schaute Frank Führer kurz vorbei, um zu verkünden, draußen, am Tor da geht es los, trotz Regens. Am Eingangshaus zur Bunkerwelt verteilte er Besen und Spachtel, mit denen große Farbfetzen von den Wänden geschabt wurden.
Aber am Gelände-Eingang selbst rückten schon vier Männer an großen Torflügeln herum, denen ein moderner Bauzaun weichen musste, um authentisches Flair zu verbreiten. "Das sieht doch jetzt aus wie früher", war sich das Quartett einig. "Das sind Tore von der Heeres-bäckerei, die wir uns organisiert haben", erläuterte Werner Borchert.
Bei dem Trupp hatte aber Karsten Schinke das Sagen. Der Metallbauer aus Glienick war mit Mario Becker angerückt. Sie justierten mit den anderen die Torflügel, fixierten diese und schweißten sie schließlich an. "Ach was, das bisschen Regen schadet uns nichts, dabei kann man trotzdem schweißen", sagte Karsten Schinke und bewies es. Sein Einsatz war an diesem Tag eine der Sponsorenleistungen. Für Werner Borchert ist er ein gern gesehener Gast, er hat die Bücherstadt schon mehrmals fachmännisch unterstützt.
Einsatz in der Bunkerwelt, mit Steinen und großen Blechen wird der Weg für Besucher sicherer gemacht. FOTO: REINHARD BUTZEK