
Die Ausstellung über den russischen Soldatenalltag in der Bücherstadt Wünsdorf bekommt bald Konkurrenz. Das Unternehmen plant den Aufbau eines Armeemuseums auf seinem Areal. Es soll nach dem Vorbild des Alliiertenmuseums in der Berliner Clayallee diesmal die Rolle der sowje-tischen Streitkräfte in Deutschland dokumentieren.
Dabei arbeitet die Bücherstadt eng mit dem Verband der Veteranen der Westgruppe der Truppen/GSSD zusammen. Auch zum Militärmuseum in Moskau gibt es laut Geschäftsleitung gute Kontakte.
"Das Konzept für das Museum der Geschichte ist soweit schon fertig", berichtet Bücherstadt - Chef Werner Borchert. Man sei sich mit den russischen Mitstreitern einig über die Ziele, müsse jetzt jedoch gewisser-maßen das Drehbuch für das Museum schreiben. "Wenn das Projekt realisiert werden würde, wäre das eine ganz große Sache", so der Manager.
Neben Dokumenten, Orden, Uniformen sowie Fotos und Filmen soll auch orginale Technik zu sehen sein. "Unser Ziel wäre es, eine SS-20-Rakete, einen T - 34 - Panzer und ähnliche Stücke zu präsentieren", sagt der Geschäftsführer. Die Exponate würden sich hervorragend mit den Bunkern und den ehemaligen Kasernen in Wünsdorf ergänzen. "Wo, wenn nicht hier, sollte in Deutschland so eine Ausstellung in die Landschaft passen?", fragt Borchert.
Ihren festen Platz soll die Schau in einem der noch unsanierten Pferde-ställe hinter dem Gutenberghaus finden. In welchem genau hängt noch von der Entscheidung der Kreisverwaltung zum geplanten Umzug des Muse-ums des Teltow in die Bücherstadt ab (MAZ berichtete).
Doch bevor sich die Besucher die Nasen an den Vitrinen mit den rus-sischen Dokumenten platt drücken können, ist eine Menge Arbeit zu erledigen. "Das ist ein Projekt, das kein Geld, aber viel Aufwand mit sich bringt", erklärt Borchert. Um die tägliche Aufbauarbeit erledigen zu können, möchten die Bücherstadt und der russische Veteranenverband im kommenden Jahr einen Verein gründen. "Der Beirat wird paritätisch besetzt", erklärt Werner Borchert. Zudem sei es vorgesehen, eine wissen-schaftliche Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die den Museumsaufbau vorbereiten und begleiten soll.
Eine wesentliche Aufgabe des Vereins wird Borchert zufolge das Werben von Sponsoren sein. "Unsere russischen Partner haben schon eine lange Liste mit Firmen erstellt, die als Geldgeber gewonnen werden sollen", so der Geschäftsführer. Dabei werde auch an deutsche Firmen herangetre-ten, die sich in Russland engagieren.
Wie viel Geld nötig sein wird, das Museum einzurichten und vor allem zu betreiben, vermögen die Initiatoren noch nicht zu sagen. "Soweit sind unsere Pläne noch nicht gediehen", sagt Werner Borchert.
Der Geschäftsführer der Bücherstadt erklärt, dass mit dem geplanten Museum der russischen und sowjetischen Streitkräfte in Deutschland keine Verherrlichung des Militarismus oder der kommunistischen Diktatur beabsichtigt sei, sondern eine sachliche militärhistorische Ausstellung. "Man kann über die Sowjetunion denken, wie man willl", so Manager Borchert, "sie war eine Weltmacht."
Panzer,
Orden und Raketen Von
Hermann M. Schröder
Bücherstadt plant russisch-sowjetisches
Armeemuseum in Wünsdorf


