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22.12.2005

Die Bücherstadt
im Spiegel  von:

Die  Ausstellung  über  den  russischen  Soldatenalltag  in der Bücherstadt Wünsdorf  bekommt bald Konkurrenz. Das Unternehmen plant den Aufbau eines  Armeemuseums  auf  seinem  Areal.  Es soll nach dem Vorbild des Alliiertenmuseums  in  der Berliner Clayallee diesmal die  Rolle der sowje-tischen Streitkräfte in Deutschland dokumentieren.

Dabei  arbeitet  die  Bücherstadt eng mit dem Verband der Veteranen der Westgruppe  der  Truppen/GSSD zusammen. Auch zum Militärmuseum in Moskau gibt es laut Geschäftsleitung gute Kontakte.

"Das  Konzept  für  das  Museum  der  Geschichte ist soweit schon fertig", berichtet   Bücherstadt - Chef   Werner  Borchert.    Man  sei  sich  mit  den russischen  Mitstreitern  einig über die Ziele, müsse jetzt jedoch gewisser-maßen  das  Drehbuch  für  das  Museum  schreiben.  "Wenn  das  Projekt realisiert   werden  würde,   wäre  das  eine  ganz  große  Sache",   so  der Manager. 

Neben  Dokumenten,  Orden, Uniformen sowie Fotos und Filmen soll auch orginale  Technik  zu sehen sein. "Unser Ziel wäre es, eine SS-20-Rakete, einen  T - 34 - Panzer  und   ähnliche  Stücke  zu  präsentieren",   sagt  der Geschäftsführer.    Die   Exponate   würden   sich   hervorragend   mit   den Bunkern und den ehemaligen Kasernen in Wünsdorf ergänzen. "Wo, wenn nicht hier,  sollte  in  Deutschland  so  eine  Ausstellung  in  die  Landschaft passen?", fragt Borchert.

Ihren  festen  Platz  soll  die  Schau  in einem der noch unsanierten Pferde-ställe hinter dem Gutenberghaus finden. In welchem genau hängt noch von der  Entscheidung  der  Kreisverwaltung zum geplanten Umzug des Muse-ums des Teltow in die Bücherstadt ab (MAZ berichtete).

Doch  bevor  sich  die  Besucher  die  Nasen  an  den Vitrinen mit den rus-sischen  Dokumenten  platt  drücken  können,   ist  eine  Menge  Arbeit  zu erledigen.  "Das ist ein Projekt, das kein Geld,  aber viel Aufwand mit sich bringt",   erklärt   Borchert.   Um   die   tägliche  Aufbauarbeit  erledigen  zu können, möchten die Bücherstadt und der russische Veteranenverband im kommenden   Jahr  einen  Verein  gründen.   "Der  Beirat  wird  paritätisch besetzt", erklärt Werner Borchert. Zudem sei es vorgesehen, eine wissen-schaftliche  Arbeitsgruppe  ins  Leben  zu  rufen,  die den Museumsaufbau vorbereiten und begleiten soll.

Eine wesentliche Aufgabe des Vereins wird Borchert zufolge das Werben von Sponsoren sein.  "Unsere russischen Partner haben schon eine lange Liste mit Firmen erstellt,  die als Geldgeber gewonnen werden sollen",  so der  Geschäftsführer.  Dabei  werde auch an deutsche Firmen herangetre-ten, die sich in Russland engagieren.

Wie  viel  Geld  nötig  sein wird, das Museum einzurichten und vor allem zu betreiben,  vermögen  die  Initiatoren  noch  nicht  zu  sagen.  "Soweit sind unsere Pläne noch nicht gediehen", sagt Werner Borchert.

Der  Geschäftsführer  der  Bücherstadt  erklärt,  dass  mit  dem  geplanten Museum   der   russischen  und  sowjetischen  Streitkräfte  in  Deutschland keine  Verherrlichung des Militarismus oder der kommunistischen Diktatur beabsichtigt  sei,  sondern  eine  sachliche  militärhistorische  Ausstellung. "Man  kann  über  die  Sowjetunion  denken,  wie  man  willl",  so  Manager Borchert, "sie war eine Weltmacht."

 


Panzer, Orden und Raketen                          Von Hermann M. Schröder        
Bücherstadt plant russisch-sowjetisches Armeemuseum in Wünsdorf
 

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Fotos: S. Metzner - Wünsdorf
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