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10.01.2006

Die Bücherstadt
im Spiegel  von:

Leseratten  und  Bunkerfans bekommen in Wünsdorf bald die Möglichkeit, nach  dem Herumstöbern und den Entdeckungstouren ihr müdes Haupt zu betten.  Die  Bücherstadt plant die Einrichtung eines Jugendlesehotels auf ihrem  Areal.  Ziel  ist  es,  bis 2010 die ersten Gäste in einer umgebauten Kaserne und im früheren Wasserturm empfangen zu können.

"Wir  möchten  kostengünstige  Übernachtungen  für  Jugendreisegruppen und  Einzelbesucher  in  einem Ambiente-Mix aus militärischer Spartanität und    Jugendherbergscharakter    anbieten",    erklärt    Werner   Borchert, Geschäftsführer   der  Bücherstadt -Tourismus  Gesellschaft.  Hinzu  sollen Angebote  wie  zeitgemäße  Sanitäranlagen, e in Computerzentrum sowie Spiel-  und  Sportmöglichkeiten  kommen.  Auch  an bezahlbare gastrono-mische  Betreuung  und  ein Kino werde gedacht, so Borchert. Im Moment sei  das  Vorhaben  zwar  noch  ein Traum, an dessen Realisierung werde jedoch gearbeitet.

Mit  im  Boot  sind  neben der Bücherstadt auch deren Förderverein sowie der  Zossener  Jugend-  und  Freizeitverein Leo. "Das Jugendhotel soll ein Projekt der Brandenburger Jugend werden", erklärt der Bücherstadt-Chef. Vom  Architekturstudenten  bis  zum  Maurerlehrling,  vom Reisekaufmann bis zum Jungkoch würden Mitstreiter gesucht.

"Wir  können  natürlich keine Millionen investieren", sagt Leo-Vorsitzender Rainer Reinecke.  Dennoch werde der Verein im Rahmen seiner Möglich-keiten  das  Projekt  unterstützen.  Vor  allem  denke  er  an  ehrenamtliche Arbeitskräfte.  "Die Idee ist sehr gut,  das Hotel hat Perspektive und passt in die Bücherstadt", so Reinecke.

Die  Herberge soll Werner Borchert zufolge entweder in einer früheren Ka-serne  oder  im  kleinen Haus der Offiziere Platz finden.  "Ein entsprechen-der Antrag liegt der Landesentwicklungsgesellschaft vor",so der Manager.

Besonderer  Anziehungspunkt  des  Lesehotels  wird  der  Lektüreraum im einstigen kaiserlichen Wasserturm. "Hier könnte auch die Geschichte des Buchdrucks  von Gutenberg bis heute dokumentiert werden",  sagt Werner Borchert.   Auch  Lesungen  und  Veranstaltungen  in  der  Reihe  " Jugend schreibt"  seien  in  der Immobilie denkbar. Borchert möchte das Gesamt-vorhaben  über  eine  Stiftung,   Spenden  sowie  Zuschüsse  und  Jugend-förderung finanzieren.  Ein noch zu gründendes Kuratorium soll demnächst die Rechtsform der federführenden Körperschaft festlegen.



Herberge für Leseratten                                        Von Hermann M. Schröder        
Bücherstadt plant Hotel mit Lektüreturm / Leo-Verein am Projekt beteiligt

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Fotos: S. Metzner - Wünsdorf
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