
Leseratten und Bunkerfans bekommen in Wünsdorf bald die Möglichkeit, nach dem Herumstöbern und den Entdeckungstouren ihr müdes Haupt zu betten. Die Bücherstadt plant die Einrichtung eines Jugendlesehotels auf ihrem Areal. Ziel ist es, bis 2010 die ersten Gäste in einer umgebauten Kaserne und im früheren Wasserturm empfangen zu können.
"Wir möchten kostengünstige Übernachtungen für Jugendreisegruppen und Einzelbesucher in einem Ambiente-Mix aus militärischer Spartanität und Jugendherbergscharakter anbieten", erklärt Werner Borchert, Geschäftsführer der Bücherstadt -Tourismus Gesellschaft. Hinzu sollen Angebote wie zeitgemäße Sanitäranlagen, e in Computerzentrum sowie Spiel- und Sportmöglichkeiten kommen. Auch an bezahlbare gastrono-mische Betreuung und ein Kino werde gedacht, so Borchert. Im Moment sei das Vorhaben zwar noch ein Traum, an dessen Realisierung werde jedoch gearbeitet.
Mit im Boot sind neben der Bücherstadt auch deren Förderverein sowie der Zossener Jugend- und Freizeitverein Leo. "Das Jugendhotel soll ein Projekt der Brandenburger Jugend werden", erklärt der Bücherstadt-Chef. Vom Architekturstudenten bis zum Maurerlehrling, vom Reisekaufmann bis zum Jungkoch würden Mitstreiter gesucht.
"Wir können natürlich keine Millionen investieren", sagt Leo-Vorsitzender Rainer Reinecke. Dennoch werde der Verein im Rahmen seiner Möglich-keiten das Projekt unterstützen. Vor allem denke er an ehrenamtliche Arbeitskräfte. "Die Idee ist sehr gut, das Hotel hat Perspektive und passt in die Bücherstadt", so Reinecke.
Die Herberge soll Werner Borchert zufolge entweder in einer früheren Ka-serne oder im kleinen Haus der Offiziere Platz finden. "Ein entsprechen-der Antrag liegt der Landesentwicklungsgesellschaft vor",so der Manager.
Besonderer Anziehungspunkt des Lesehotels wird der Lektüreraum im einstigen kaiserlichen Wasserturm. "Hier könnte auch die Geschichte des Buchdrucks von Gutenberg bis heute dokumentiert werden", sagt Werner Borchert. Auch Lesungen und Veranstaltungen in der Reihe " Jugend schreibt" seien in der Immobilie denkbar. Borchert möchte das Gesamt-vorhaben über eine Stiftung, Spenden sowie Zuschüsse und Jugend-förderung finanzieren. Ein noch zu gründendes Kuratorium soll demnächst die Rechtsform der federführenden Körperschaft festlegen.
Herberge
für Leseratten Von
Hermann M. Schröder
Bücherstadt plant Hotel mit
Lektüreturm / Leo-Verein am Projekt beteiligt

