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15.06.2006

Die Bücherstadt
im Spiegel  von:

Im Kaiserreich war es ein Pferdestall, zu DDR-Zeiten Lagerraum für die in Wünsdorf  stationierten  Russen.  Danach  stand das Gebäude zehn Jahre leer,   bis   der   Förderverein   Freunde   der   Bücherstadt  Wünsdorf  den inzwischen   unter    Denkmalschutz    stehenden    Stall   als   Konzertraum entdeckte,  auch  Bücher  darin anbot und ihn deshalb "Bücherstall" taufte. Doch  es  blieb ein Provisorium mit Asbestdach, maroden Deckenbalken, kaputten   Fenstern,   ohne   Strom   und   Toiletten.   Seit   Montag  ist  die Sanierung dieses historischen Bauwerks im Gange.

Der   Gesellschafter   der   Bücherstadt -Tourismus  GmbH  und  Bauunter-nehmer  Gerhard  Gollan  will  es für rund 140 000 Euro in Schuss bringen. Neue  Deckenbalken  sind  nötig,  das  Dach  muss teilweise neu geschalt und  vollständig  anders  gedeckt  werden.  Etliche  Stützpfeiler  sind  nicht mehr  zu  gebrauchen,  und  frischen  Putz  erhält  der  einstige  Pferdestall auch. Als Stall wird er aber auch weiterhin erkennbar sein. So müssen die Oberlichter - die  aus  insgesamt 560 kleinen Scheiben bestehen - wieder in  den  historischen  Zustand  versetzt  werden.  Der  Bau mit einer Grund-fläche  von  600  Quadratmetern  wird drei Toiletten, Anschlüsse für Strom, Telefon, Heizung, Wasser und Abwasser erhalten.

Gerhard Gollan hat alle Aufträge an regionale Firmen vergeben.  Lediglich die   Restaurierung   des   Giebelfensters  übernimmt  ein  Fachmann  aus seiner in Schleswig-Holstein beheimateten Gollan GmbH.

"Ich  bin  ungeduldig.  Es  muss  was zu sehen sein, es muss Leben rein in die  Waldstadt  Wünsdorf, damit Investoren kommen und mehr Einwohner. Deshalb ist es ärgerlich,  dass der Kreis fast elf Monate für die Baugeneh-migung brauchte", sagt der 79-Jährige.

Möglicherweise  zieht  ja  sogar das kreisliche Museum des Teltow einmal in  den  sanierten  Pferdestall. Eine Entscheidung über den zur Diskussion stehenden  Umzug  aus  der  Schulstraße  in  die  Waldstadt  ist noch nicht gefallen.

Bis   dahin   wird   der   Förderverein   der  Freunde  der  Bücherstadt  den vorderen  Teil des Hauses auf alle Fälle weiter für Veranstaltungen nutzen, wie  Vereinsvorsitzender  Werner  Borchert  sagt  - allerdings gegen einen Mietpreis.

 


"Es muss was zu sehen sein"                                                                      von GUDRUN SCHENK
Bauunternehmer Gollan saniert historischen Pferdestall in der Bücherstadt

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Foto S/W:
K. SCHLAGE

Fotos Farbe:
S. METZNER

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Bauherr Gerhard Gollan (rechts) im Gespräch mit einem der Bauarbeiter, die das Gerüst aufstellen.