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21.07.2006

Die Bücherstadt
im Spiegel  von:

Das  zukünftige  Museum zur Geschichte der sowjetischen und russischen Streitkräfte  in  Deutschland in der Wünsdorfer Bücherstadt hat sein erstes Ausstellungexponat - ein sowjetisches Militärfahrzeug.

Der   Gas   63  vom   Typ   Molotow   stammt   von   Wolfgang  Damitz  aus Rangsdorf.  "Als  ich  in  der  Zeitung  gelesen  habe,  dass in Wünsdorf so etwas  aufgebaut  werden soll, habe ich mich gleich gemeldet und gefragt, ob  Interesse  besteht."  Jetzt hat er das Fahrzeug als Dauerleihgabe nach Wünsdorf  überführt.  "Hier  hat  mein Gas eine richtige Garage", freut sich der  Rangsdorfer.  "Bei mir musste er im Freien stehen und wäre im Laufe der Jahre heruntergekommen."

Wolfgang    Damitz    hat    das    sowjetische    Fahrzeug,   Baujahr   1965, gemeinsam  mit  seinem  Sohn  Alexander  wieder  aufgebaut.   Wie  viele Stunden     die     beiden     in     den     Molotow     aus    dem    Gorkowskij Awtomobilnyij  Sowod  ( Autowerk  in  der  Stadt  Gorki )  gesteckt  haben, wissen sie nicht mehr zu sagen. "Es waren jedenfalls sehr, sehr viele."

Mitte  der  90er Jahre erwarb der heute 62-Jährige den Gas, der bis Ende 1989  im  Dienst  der  Nationalen  Volksarmee der DDR stand. "Das Auto mit  einem  Kofferaufbau  für  Funkdienste  war nur noch ein Fragment", so Damitz.  "Die  Funkanlagen  waren  zum großen Teil ausgebaut, was noch drin war - demoliert."

Molotow im Bunkerpark                              von Heidi Borchert

Rangsdorfer übergibt erstes Museumsexponat - einen Gas 63

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Heute  zeigt  sich  der  Gas  in  alter,  neuer  Pracht.  "Wir  haben  jedes  einzelne Teil unter der Motorhaube in der Hand gehabt, auch das gesamte  Fahrerhaus  musste überholt werden", erzählt der ehemalige Kfz-Schlosser. Sogar die für sowjetische Militärfahrzeuge typische grüne  Farbe  hat er nach langen Mischversuchen wieder hingekriegt. Besonders stolz ist Wolfgang Damitz natürlich auf den wieder super funktionierenden  3,6-Liter-Motor.  "Der  summt  wie  ein  Bienchen." Damitz reizt die russische Technik, die zwar zum großen Teil primitiv war,  aber  immer  funktionierte.  "Und  wenn  ich  schon  solch  ein  Fahrzeug  besitze,  dann muss auch das Drumherum stimmen", erklärt Damitz  und  schlüpft  in  die Original-Uniform eines sowjetischen Soldaten. "Das soll aber kein politisches Bekenntnis oder eine Klassen-einstellung  sein.  Für  mich  ist  es  Spaß",  sagt er, steigt in den Gas, steckt den Schlüssel in die Zündung, drückt den Starterknopf neben dem Gaspedal und fährt in Richtung Bunkerpark davon.

Wolfgang  Damnitz  aus Rangsdorf  ist  Besitzer dieses sowjetischen Militärfahrzeugs  Gas,   Baujahr  1965.  Jetzt  übergab  Damnitz  den Gas an das in der Bücherstadt geplante Museum zur Geschichte der sowjetischen und russischen Streitkräfte in Deutschland.
FOTO: H.Borchert