Zentrale Dokumente des deutschen Widerstands sind die "Zossener Akten" - eine Sammlung von Umsturzplänen und Auflistungen der Wehrmachtsverbrechen, deren Weg die Junge Gemeinde für das Projekt "Zeitensprünge" des Landes Brandenburg verfolgte (MAZ berichtete).
"Über die Bücherstadt sind wir an den Historiker Hans-Albert Hoffmann gekommen. Der hat uns seine Aufzeichnungen gegeben", erzählt die 17-jährige Wiebke Kunkel. Die Jugendlichen recherchierten weiter und stießen auf die herausragende Rolle Hans von Dohnanyis, der wichtige Kontakte für den Widerstand zwischen Militär und Kirche geknüpft hatte. Dabei kam es auch zu Widersprüchen. Dietrich Bonhoeffer beispiels-weise habe auch theologisch an einem Putsch gearbeitet und als Christ gelitten, einen Mord zu unterstützen, so Pfarrer Andreas Domke. An die Zossener Akten wollen die Jugendlichen mit einem Denkmal und Tafeln auf dem Gelände der Bücherstadt erinnern. Als die im Bereich Berlin/Zossen stationierte Militärelite sah, dass der Krieg nicht zu gewinnen war, wuchs ihr Ungehorsam gegenüber Hitler. Hans-Albert Hoffmann schätzt die Zahl der Widerständler unter ihnen auf etwa 100 Menschen. "Dass keines der Attentate auf Hitler gelungen ist, das kam mir komisch vor", sagt Hans-Ulrich Brandt, der Autor des Romans "Sieg Heil wird abgeblasen". Wegen Krankheit stellte sein historischer Fachberater Peter Feist das Buch beim militärhistorischen Abend vor. In ihrer fiktiven Geschichte töten Offiziere Hitler und leiten einen Militärputsch ein. Später bilden die Deutschen eine Zivilregierung und werden Teil einer europäischen Friedens-ordnung. "Wir wissen nicht, ob es nach so einem Putsch einen Bürgerkrieg gegeben hätte", sagte Feist, "aber wir vermuten, dass die Deutschen durch die Wahrheit über die Verbrechen in den KZs vom Nationalsozialismus abgeschreckt gewesen wären." Für ihn ist der Was-Wäre-Wenn-Roman eine Möglichkeit, Widerstandsgeschichte an die Öffentlichkeit zu bringen. Und auch die Besucher des militärhistorischen Abends hat sie inspiriert: "Man muss über viele Dinge immer wieder nachdenken", sagte Hartmut Jentsch.
Nachdem
die Nazis die Zossener Akten im September 1944 entdeckt hatten, ließ
Hitler die Verschwörer umbringen. Aber dass sich Menschen "vom Militärdenken
Ich führe nur Befehle aus' befreiten, das war Zivilcourage",
sagt Andreas Domke.

Offiziere führten nicht nur Krieg von Stefanie Senger
Beim militärhistorischen Abend lebte die Widerstandsgeschichte auf



